Tischler meets Bauhaus


100 Jahre Bauhaus. 2019 trifft das Ende und damit der Höhepunkt der 3-jährigen Tischlerausbildung auf das Festjahr des Bauhauses! Vor 1 ½ Jahren initiierte die Idee, die diesjährige Gesellenprüfung im Tischlerhandwerk mit dem Bauhausjubiläum zu verknüpfen, einen arbeitsreichen Prozess, der mit der Präsentation der Gesellenstücke in den Räumen des Museumsquartiers Osnabrück und der aktuellen Broschüre einen würdigen Abschluss findet.

„Tischler meets bauhaus“ – Ein Motto, das zunächst einfach klingt, musste den Tischlerauszubildenden des dritten Lehrjahres vermittelt werden. „Bauhaus“ – das stand in den Köpfen der jungen Menschen zunächst für rote Würfel einer großen Baumarkt-Kette. Dass dieser Begriff für die prägendste Bildungsstätte für Architektur, Kunst und Design des 20. Jahrhundert steht, war nur wenigen Lehrlingen bekannt. Das Lehrerteam der Abteilung Holztechnik am Berufsschulzentrum am Westerberg stellte sich gemeinsam mit einer Kunstpädagogikstudentin der Universität Osnabrück dieser Herausforderung.

Mit neuen Unterrichtsmethoden konnte bei den Auszubildenden das Interesse für das Bauhaus mit seinen Ideen, typischen Merkmalen und Gestaltungsgrundsätzen geweckt werden. Für zahlreiche Gesellenstücke wurde das Bauhaus zur Inspiration im Gestaltungsprozess. Gleichzeitig haben sich die Absolventinnen und Absolventen der zweijährigen Berufsfachschule für Gestaltungstechnische Assistenten am Berufsschulzentrum am Westerberg intensiv mit dem Bauhaus beschäftigt und damit die gestalterische Grundlage für die aktuelle Broschüre und weitere Drucksachen geschaffen.

So entstanden zunächst interessante Plakatentwürfe, bevor als Abschlussprojekt diese Broschüre aus einer Vielzahl ausgezeichneter Vorschläge ausgewählt und umgesetzt wurde. Die Integration von Figuren in Anlehnung an das „Triadische Ballett“ von Oskar Schlemmer stellt einen Grundsatz der Bauhauslehre in den Mittelpunkt dieser Broschüre: Möbel werden von Menschen für Menschen entworfen und gefertigt.

Dem Museumsquartier Osnabrück verdanken wir die Umsetzung eines weiteren Leitgedankens der Bauhausbewegung. Durch die Ausstellung in den Räumen des Museums werden die bildende Kunst und das Handwerk zusammengeführt. Wir freuen uns, in diesen Räumen zu Gast sein zu dürfen und so das Tischlerhandwerk einem größerem Publikum näher bringen zu können. Um auch 2019 herausragende gestalterische Leistungen der Tischlerauszubildenden in Osnabrück auszuzeichnen, ist es uns ein besonderes Anliegen, den Wettbewerb „Die Gute Form“ auszuschreiben.

Der Fachverband des Tischlerhandwerks hat diesen Gestaltungswettbewerb ins Leben gerufen, um gut gestaltete Gesellenstücke der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Alljährlich werden auf Innungs-, Landes- und Bundesebene die besten Abschlussarbeiten prämiert und so die Leistungsfähigkeit des Tischlerhandwerks präsentiert.
Die Verleihung des „Vordemberge-Gildewart-Preises des Osnabrücker Handwerks“ bietet in diesem Jahr die Möglichkeit, ein Prüfungsstück auszuzeichnen, das die Gestaltungsideen des Bauhauses aufgegriffen hat. Das Projekt „tischler meets bauhaus“ ist ein weiteres gelungenes Beispiel für den Mehrwert, den eine konstruktive und gedeihliche Zusammenarbeit der schulischen und betrieblichen Partner sowie unterstützender Kooperationspartner in der Berufsausbildung hervorbringen kann.

Allen, die an der Anfertigung der Gesellenstücke beteiligt waren, beim Zustandekommen dieser Broschüre mitwirkten und die Lehrabschlussfeier 2019 einschließlich der Ausstellung der Gesellenstücke organisierten, sei an dieser Stelle ganz herzlich gedankt.

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